Die Entwicklung der Fliegerjacke

Ursprünge des Ersten Weltkriegs: Die Geburtsstunde funktionaler Outdoor-Bekleidung.

Im Jahr 1917 gründete die US-Armee das Aviation Clothing Board, um Piloten von offenen Doppeldecker-Flugzeugen auszurüsten. Sie gaben strapazierfähige Lederjacken mit hohen Kragen, Windschutzleisten und engen Ärmelbündchen aus, um der extremen Kälte in großen Höhen entgegenzuwirken. Diese frühen Designs legten den Grundstein für zukünftige Fliegerjacken.

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A-1 Fliegerjacke (Typ A-1: 1927)

Die Type A-1 wurde am 7. November 1927 formell zugelassen und war die erste offizielle Sommer-Fliegerjacke des U.S. Army Air Corps – ein in der Branche weit verbreiteter Fehler gibt den 27. November als Datum an. Sie wurde als leichter Pulloverersatz für Besatzungen in offenen Cockpits entwickelt und verfügte über einen Knopfverschluss auf der Vorderseite sowie eng anliegende Strickbündchen und einen Bund.

Material
Ausschließlich aus chromgegerbtem, schokoladenbraunem Schaffell gefertigt. Entgegen weit verbreiteter unzutreffender Behauptungen auf den meisten Anbieterseiten wurden unter der A-1-Spezifikation niemals offizielle Varianten aus Pferde- oder Ziegenleder produziert oder ausgegeben. Sie wurde mit Strickbündchen und einem Bund aus Wolle für einen winddichten, enganliegenden Sitz versehen.

Dienstzeitraum

1927–1931, ausschließlich an frühe Piloten in offenen Cockpits und Frontbesatzungspersonal ausgegeben.

Einstellung und historische Klarstellung
Ein verbreiteter Mythos in der Branche besagt, dass die A-1 direkt durch die A-2-Fliegerjacke abgelöst wurde. Dies ist laut kürzlich freigegebenen militärischen Spezifikationsdateien nicht korrekt:

  • Die A-2 wurde mit einer baumwollgefütterten Konstruktion eingeführt und blieb fast 20 Jahre lang neben anderen Fliegerjackenmodellen ein aktiver Dienststandard.
  • Die A-2 selbst wurde erst 1951 formell ersetzt, als sie durch die B-15C-Spezifikation abgelöst wurde.
  • Die A-1 wurde in den frühen 1930er Jahren aus dem Fronteinsatz genommen, bedingt durch Fortschritte im Design geschlossener Flugzeugcockpits und aktualisierte Anforderungen an die Fliegerausrüstung.
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Fliegerjacke Typ A-2 (1931)

Am 9. Mai 1931 als Nachfolger der A-1 eingeführt, hatte die A-2 einen Reißverschluss vorne, Pattentaschen mit Druckknöpfen und einen Hemdkragen aus Pferde- oder Ziegenleder und wurde zur definitiven Fliegerjacke des Zweiten Weltkriegs.

Material: Pferde- oder Ziegenleder; Seiden- oder Rayonfutter

Produktion: Eingeführt am 9. Mai 1931; hergestellt von zahlreichen US-Auftragnehmern bis ca. 1943

Einsatzzeitraum: 1931–1945, primäre Jacke der US Army Air Forces im Zweiten Weltkrieg

Einstellung: Ende 1945 aus der Standardausgabe genommen zugunsten von Modellen mit Shearling-Futter

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B-3 Shearling Bomberjacke (Mitte der 1930er Jahre)

Für Bomberbesatzungen in großen Höhen entwickelt, verfügte die B-3 über ein dickes, 20 mm starkes Fleece-Lammfellfutter und einen breiten Kragen für extremen Kälteschutz

Material: 20 mm Lammfell; Verstärkungen aus Ziegenleder/Leder

Produktion: F&E Mitte der 1930er Jahre; großflächige Ausgabe 1942–1945 für Bomberbesatzungen in großen Höhen

Einsatzzeitraum: 1942–1945, entscheidend für Missionen in Höhen unter −50 °C

Einstellung: Massenausgabe Ende 1945 eingestellt; bleibt ein wichtiges Reproduktionsmodell

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B-6 Schafsfelljacke (ca. 1943)

Als Überbrückung zwischen leichten A-2- und schweren B-3-Jacken verwendete die B-6 7 mm Schafschurwolle für Kampfpiloten in unbeheizten Cockpits

Material: 7 mm Lammfell-Leder; Wollkragen & Futter

Produktion: Eingeführt ca. 1943 für Kampfpiloten in unbeheizten Cockpits

Einsatzzeitraum: 1943–1945, überbrückte A-2 und schwere B-3 für Operationen in mittlerer Höhe

Einstellung: Nach 1945 ausgemustert, als B-3 und später MA-1-Typen Vorrang erhielten

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G-1 Fliegerjacke (BUAER 55J14: 1947)

Die G-1 entwickelte sich 1947 aus der M-422A der Marine und erhielt einen Mouton-Fellkragen, Rayon-Futter und einen zweigeteilten Rücken – so wurde sie zu einem Klassiker des Koreakriegs und einem bleibenden Symbol des Stils der Marinefliegerei

Material: Ziegenleder; Mouton-Fellkragen; Rayon-Futter

Produktion: Am 28. März 1940 als M-422 spezifiziert; 1947 in G-1 umbenannt; aktuelles MIL-DTL-7823F wird weiterhin ausgegeben

Dienstzeit: 1940–heute in verschiedenen MIL-DTL-7823 Iterationen

Einstellung: Nicht eingestellt – kontinuierlich modernisiert und bleibt Standardausgabe der Navy/USMC

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RAF Lammfell Fliegerjacke (RAF WK II)

Schafslederjacken im britischen Stil mit 20 mm Lammfell, hohem Kragen, Reißverschlussärmeln und halbem Gürtel – ausgegeben an RAF-Besatzungen in unbeheizten Bombern

Material: 20 mm Lammfell im britischen Stil; schwerer Wollkragen und -bündchen

Produktion: 1939–1945, ausgegeben von der Royal Air Force für Einsätze in unbeheizten Bombern

Dienstzeit: Ära des Zweiten Weltkriegs, insbesondere 1939–1945

Einstellung: Nach 1950 schrittweise durch MA-1-Nylonmodelle ersetzt; heute ein Sammlerklassiker